Erstsemester-Blog

Annika Schimmelpfennig (2011)Annika Schimmelpfennig (2011)  |  22. März 2012, 13:58

Bier, Fritten und Pilze

Ufftata, Ufftata, Praktikum ist wunderbar …………. nicht.

Ja, nein, keine Ahnung. Bei dem Stichwort “Praktikum” freue ich mich eigentlich. Denn das heißt, was praktisch machen. Nich im Vorlesungssaal sitzen und Frontalunterricht genießen. Praktikum heißt, etwas mit den Händen machen, Wissen anwenden und ganz viel Spaß haben.

Aber irgendwie … Nach drei Praktikumsterminen hat sich meine Begeisterung ins letzte Eck meines Großhirns verzogen. Es ist nicht so das, was ich aus der Schule kenne. Natürlich nicht, wir sind um Studium, haha, aber ich hatte es mir anders vorgestellt. Oder eigentlich genau so, nur ist da eine kleine Sache, die mich etwas nervt.

Mittwochs Morgens haben wir Vorlesung. Langweilig. Keiner hört zu. wirklich. Ich habe mich umgeschaut. Wenns hoch kommt notieren sich einige die Notizen von der Tafel. Aber alle sind da, obwohl keine Anwesenheitspflicht besteht. Das schlechte Gewissen treibt uns hin. 8:30 Uhr ist (für mich) auch eine humane Zeit, habe ich kein Problem mit.

9:45: Praktikumsbeginn. Unser Tutor erklärt uns Noobies, was wir tun dürfen und was nicht. Wir kriegen jedes mal zu hören, dass wir uns nicht hinknieen dürfen. Kapiert, danke. Next?

Ich muss zur Verteidigung unseres Tutors sagen, dass wir mit ihm noch das geringste Übel erwischt haben. Nein, ich kann sogar ohne schlechten Gewissens sagen, dass unsere Gruppe mit ihm eigentlich ganz zufrieden ist. Er überfordert uns nicht, ihm ist klar, dass uns bei dem Gedanken an ein Ni/NiCr-Thermoelement in einem Bunsenbrenner nicht einer abgeht und dass wir nur mäßig begeistert sind, wenn das Kälthethermometer in einem NaCl-Eis-Gemisch unter -12°C fällt. Und nett ist er auch, nicht zu aufdringlich und lässt vieles durchgehen. Schwer in Ordnung.

Ganz und gar nicht begeistert sind wir von den Protokollen, die abgegeben werden MÜSSEN. Unser erstes Protokoll hat schlappe 7 A4-Seiten. Am PC. In Schriftgröße 11. Großes Danke an die Bio-Fachschaft, die mit dem Dozenten ausgehandelt hat, dass wir 2 Wochen Zeit haben, diese Protokolle abzugeben. Denn sonst wären wir bei den ersten dreien schon aufgeschmissen XD. Ohne das Praktikumsskript (2 €) wären wir aufgeschmissen. Ohne geht gar nicht.

Gestern wurde es zumindest ein bisschen interessant: Destillieren. Herausfinden, wie viel Alkohol in dem Bier ist, das uns vorgesetzt wurde und mit weiterem Ethanol versetzt war. Und zwar NICHT durch eine Geschmacksprobe, auch wenn es einigen sicher in den Fingern gejuckt hatte, nachdem bekannt wurde, dass es nicht mit Gällmitteln versetzt war … Nach dem darauf folgenden Versuch roch es überall angenehm nach Freitagabend in einem englischen Pub, denn das Bier musste in einem Rundkolben (die Dinger sehen so richtig schön nach Chemie aus) in einem HeizPILZ erwärmt werden. Hmmm!

Nur der Vollständigkeithalber: Eine Fritte in Chemie bezeichnet nicht einen in eine rechteckige Form gebrachten Erdapfel in siedendem Öl, sondern ein kleines Glasbecherchen mit einem speziellen, porösen Boden, durch den mit Unterdruck das Wasser aus Emulsionen gezogen werden kann.

So far, noch stehen uns einige Praktikumstage bevor … :-( Einzig das gestrige Treffen der Costa-Rica-Gruppe brachte ein wenig Freude: Die Themen der Referate im Seminar wurden vergeben und ich habe das Thema bekommen, was ich unbedingt wollte und was auch sonst so mein Studieninhalt werden soll: “Reptiles and Amphibians of Costa Rica”. ^^ Und jetzt scheint auch noch die Sonne und ich werde meinen Balkon Frühlingsfit machen. Ein schöner Tag! *sing*

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