Erstsemester-Blog

Annika Schimmelpfennig (2011)Annika Schimmelpfennig (2011)  |  31. Oktober 2011, 18:50

Erster Tag: Wo ist mein Fahrrad???

Mein erster, richtiger Uni-Tag fing heute um halb sechs Uhr morgens an. Ich war so aufgeregt, dass ich kaum schlafen konnte. Irgendwie gings dann doch und nach einer unriuhigen Nacht und ersten Prüfungsträumen (“Ich habe gleich Mathe-Prüfung – Verdammt, wo ist mein Raum?”) bin ich dann ziemlich früh wach gewesen.

Andere mögen denken: 6 Uhr? Pah, ich musste schon um 5 im Zug sitzen … und eben jene haben mein echtes Mitgefühl! Pendeln wäre gat nichts für mich. Die 20 Minuten mit dem Rad zur Uni sind schon ausreichend :-)

Meine Uni-Tüte (nein, nicht was ihr denkt ...)

Ist sie nicht super? Schrill und bunt und voller Süßkram ...

Die erste Überrascheng (okay, irgendwie hatte ich es geahnt): Mein Mann hat mir eine Schultüte gebastelt. Richtig toll und schnuckelig! Ich hatte ja irgendwie eine in Form gebrachte Plastiktüte erwartet, aber nein, er hat sich richtig Mühe

gegeben.

Und das beste: Sie war bis oben hin gefüllt mit Mini-Snickers, Mini-Mars, Mini-Rittersport, Mini-Gummibärchentütchen, Rocher und so weiter.

Süßigkeitentechnisch bin ich jetzt erst mal versorgt :-)

Meine Schultüte und ich

Ich, grinsend wie ein Honigkuchenpferd, als ich meine Schultüte bekam^^

Dann gings mit der bunten Tüte voller Spaß (harhar…) zur Uni. Eigentlich wollte ich etwas früher dort sein, um noch ein paar Fotos von dem Hörsaal zu machen, solange er noch einigermaßen leer ist, doch das musste ich auf ein anderes mal verschieben :-/ Ich war nämlich nicht die einzige, die etwas früher da sein wollte. Mittwoch wäre noch eine Chance – wenn ich noch einmal das Kunststück schaffe, so früh aufzuwachen …

So und dann standen sie an: Meine beiden ersten, richtigen Vorlesungen, in einem richtigen Vorlesungssaal in einer richtigen Uni, mit richtig unbequemen, seltsamen Drehstühlen … Von 8-10 stad ZooBot an. Das, was ich so eifrig gelernt hatte.

Aber bevor es richtig losging, hatte uns der Prof erstmal herzlich Willkommen geheißen und sich ein wenig vorgestellt. Äußerst sympathisch, er kann gut erzählen und man kann ihm gut folgen. Auch klasse fand ich seine Turnschuhe: Wer sich als Professor nicht zu schade ist, mit Turnschuhen in die Vorlesung zu gehen, der kann nur voll in Ordnung sein. Meine Meinung, was jedoch nicht ausschließen soll, dass Schlips-Professoren nicht nett wären.

Denn nach ZooBot, das mich irgendwie schon ziemlich gefordert hat, stand Chemie auf dem Plan. Zwischen den beiden Vorlesungen hatten wir eine halbe Stunde Pause, sodass ich mal eben noch etwas nicht-schokoladiges in der Cafeteria kaufen konnte (mir war inzwischen ziemlich schlecht von dem Süßzeug). Und dann Chemie.

Im stud.ip hatten sich über 300 Leute angemeldet – macht bei 300 Sitzplätzen im Hörsaal einen sehr vollen Raum. Glücklicherweise sind wir ja schon vorher dort gewesen und saßen bereits. Andere standen auf der Galerie und saßen auf der Treppe. Jetzt ging es erst mal um die Übungen, in die wir verteilt werden mussten (es gab insgesamt 12 Termine – also reichlich Auswahl) und auch dieser Prof stellte sich erst mal vor – und das absolut selbstironisch und auch dem Umstand ins Auge sehend, dass nicht alle freiwillig in diesem Kurs sitzen. Aber er versprach: Wir fangen bei 0 an. Und alle am Aufatmen, da meinte er scherzeshalber: “Moment – ich habe Null doch noch gar nicht definiert!”

Ich finde es klasse einen Prof in einem (für mich und viele andere auch) derart kniffligem Fach zu haben, der einerseits von seinem Fach begeistert ist und dem andererseits klar ist, dass viele das anders sehen oder durch unmotivierte Lehrer in der Schulzeit die Lust an Chemie verloren haben. Ick freu mir jedenfalls auf Kemie, auch wenn ick null Ahnung hab. Wird schon ;-)

Einer von gefühlt 3 Millionen Fahrradständern rund um und auf dem Campus Wechloy – da ist es manchmal schwer, sich zu merken, wo man sein eigenes gelassen hat …

Tja und da-hann … Konnte ich nach hause. Weil die Tutorengruppen und Übungen bei uns erst nächste Woche anfangen und ich noch nicht weiß, ob ich montags was habe oder nicht. Wird sich zeigen. Jedenfalls ging ich so aus dem Gebäude, zu nem Fahrradständer und dachte bei mir, “ey man, wo ist mein Drahtesel?” Denn irgendwie hatte ich vergessen, wo ich es abgestellt hatte. Ich bin alle Ständer abgelaufen und habe mein Raderl gesucht, aber nicht gefunden. Es waren so viele Fahrräder! Ich dachte schon, es wurde geklaut, aber so viel Pech am ersten Unitag kann man doch gar nicht haben … beim zweiten Mal suchen der zig Fahrradständer hatte ich es dann gefunden: eingeklemmt zwischen zwei andere, die fast genauso aussahen, war es praktisch unsichtbar. Puh, Glück gehabt!

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