Erstsemester-Blog

Annika Schimmelpfennig (2011)Annika Schimmelpfennig (2011)  |  17. April 2012, 17:32

Leider geil bzw. Unistart Take 2 bzw. Modulbewertung Teil IV: AllgChemie

Tara, Tara, 2. Semester. Dass der Übergang dank des Chemieprkaktikums fließend war, habe ich ja bereits erwähnt. Die Protokolle verfolgen mich immer noch (und falls mein Tutor mitliest: Die Korrekturen hab ich schon, muss sie nur noch einscannen… :-P )

Tja, für mich ist das Praktikum so gut wie zu Ende, Freitag bin ich aufgrund der Hochzeit meiner Schwester befreit (ich bin ja soooo traurig), “nur” noch die Protokolle fertig machen. Und nur ist gut. Hatte ich mich schon ausreichend darüber beklagt, dass wir an einem Protokoll ca 10-12 Stunden sitzen? Ungelogen. Wir sind auch totale Noobs, wahrscheinlich dauert es deswegen so lange. Also an alle Biointeressierten, die kein Chemie mögen: Chemie ist machbar, aber anstrengend!

Aber mal abgesehen von der vielen Arbeit, dem verzweifelten Umformulieren von Absätzen aus dem Skript, die man auf Biegen und Brechen nicht versteht (*hust*, Herr Tutor, das hast du grad nicht gelesen), war das Praktikum ganz okay. Also die Zeit im Labor war recht chillig, auch dank der Tatsache, dass unser Tutor (Achtung: Schleimgefahr) wohl noch der angenehmste der zur Auswahl stehenden Tutoren war ( Gut, da war noch einer von einer anderen Gruppe, der unerklärlicherweise immer bei uns rumgehangen hat, der auch sehr nett wirkte. Nur um das Schleiming zu vervollkommnen :-P ). Keine überflüssigen Versändnisfragen, kein Rumdiskutieren und keine Besserwisserei, dafür viel Geduld beim zigsten Mal Erklären von 1+1=2. Er hat verstanden: Das sind Vollhonks, von denen man nicht viel erwarten kann. Und trotzdem waren wir zeitweise überfordert (Es ist auch echt schwer, ein Becherglas voll mit NaOH von einem Becherglas voll destilliertem Wasser zu unterscheiden … also mussten wir wie 5.-Klässler auf die Bechergläser draufschreiben, was drin ist. Eigentlich eine endlogische Sache das. Warum hast du uns das nicht gesagt, BEVOR wir das Wasser in die Bürette gekippt haben, in der eigentlich das NaOH sein sollte?! ;-) ).

Was habe ich aus dem Praktikum mitgenommen?

  • Die Erkenntnis, dass Chemie nicht mein Thema ist
  • Eine Abneigung gegen Protokolle, bzw. die Erkenntnis, dass man Protokolle nicht untersschätzen darf
  • Die Erkenntnis, dass Lernerfolg und Spaß nicht allein vom Fach, sondern auch wesentlich vom Tutor/Dozent/Betreuer abhängt. Denn sonst hätte ich das Praktikum nicht überstanden. *schleimschleim*
  • Dass man Schwefelsäure nicht mit Wasser abwaschen darf. Jedenfalls nicht so ohne weiteres.
  • Dass Iodflecken im Kittel stinken.
  • Dass man sich im Labor NICHT HINKNIEN darf

Das klingt jetzt alles so negativ … Aber es ist nicht so gemeint. Eher neutral-gut^^Wenn ich jetzt so zurückblicke auf das gesamte Modul, das eigentlich 2 Semester dauert, komme ich zu folgendem Schluss: Vorlesung war gut, Tutorium gut organisiert, Klausur überfordernd (für mich, ich habe auch genug kennen gelernt, die im 1er-Bereich gelandet sind, dennen ich das nicht zugetraut hatte. Ich hatte einfach Pech, denn wir mussten nach dem Prinzip lernen: Mut zur Lücke. Ich habe mir die falschen Lücken gewählt), Praktikum ausgeglichen (guter Praxisanteil, nervige Nachbereitung): 6 von 10 Reagenzgläsern. Ich würds nicht nochmal machen wollen… aber es ist nichts, weswegen man das Studium nicht packen oder anfangen sollte.

Überschattet von derartig gemischten Gefühlen sind wir plötzlich im 2. Semester gewesen. Wir schauten uns um saßen … in der BIOCHEMIE-VORLESUNG! NOOOIN! bioCHEMIE! Gott bewahre!

Aber es war erträglich. Und wie sich herausgestellt hat, werden die Protokolle für das dazugehörige Praktikum wesentlich leichter werden … Also zum Vergleich: Musterprotokoll Allgemeine Chemie: 8 Seiten. Musterprotokoll Biochemie: 2 Seiten. Davon eine lange Tabelle und eine halbseitige Grafik ^^ Sehr schön. So hatte ich das aus der Schule in Erinnerung :-P

Auch in ZellMol, BM3, das Modul, von dem unsere Tutoren aus Botanik so viel negatives zu berichten wussten, war eigentlich ganz okay. Des Pudels Kern der Warnungen bestand darin, dass der Hauptdozent wohl extrem viele Folien mit extrem viel Inhalt in den Vorlesungen vorstellte, und man die Folien nicht ins stud.ip gestellt bekommt. Und auf Fotos soll er wohl auch sehr empfindlich reagieren. Selbst ohne Blitz. Es sollte so krass sein, dass man Steno beherrschen müsste, um mitzukommen und um die Klausur einigermaßen zu bestehen.

Wie sich herausgestellt hatte, war unser Vorgängerjahrgang fleißig am BEschweren gewesen, denn aufgrund der Proteste hatte der Dozent ein Skript erstellt (44 Seiten) auf denen de facto die Stichworte seiner Folien angegeben sind. Eine weitere Änderung: Die Vorlesung wird zwei geteilt, sprich, wie in ZooBot wird in ZellMol nach etwa 7 Wochen eine Klausur über den Stoff des Dozenten 1 geschrieben (Zellbiologie) und am Semesterende eine Klausur über den Stoff des Dozenten 2 (Molekularbiologie).Auch neu: Es gibt kein Praktikum bzw. keine “richtige” Übung mehr. Nur noch eine “nichtganzernstgemeinte” Übung, die eigentlich ein freiwilliges Tutorium ist. (siehe Eintrag PETVÜS).

Vorlesung 1 war ziemlich easy. Um nicht zu sagen lachhaft. Eine 90-minütige Wiederholung über Protone, Neutrone, Atomkerne und des Bohrschen Atommodells, was wir in AllgChemie an einem Tutoriumstag in 30 minuten + Übungszeit abgehandelt hatten. In einem Tempo, bei dem ich mir dachte: Gut, dann entspannen wir mal zu den süßen Klängen von Rammstein. Denn DIESEN Teil kannte ich schon. (Das heißt, alle, die überlegen, Bio als 2Fach-Bachelor zu studieren und somit kein AllgChemie belegen werden (bzw. das erst NACH BM3) bekommen trotzdem eine kurze Einführung in dieses Thema. )

Lachhaft war auch die Einteilung in die Übungen, die eigentlich Tutorien sind: Einfach mal nach den Nachnamen in der Reiehnfolge. Eine schlechtere Einteilung gibt es nicht. Bereits gefundene Gruppen werden auseinandergeressen und im Anschluss gibts ne riesige Diskussion im Forum um die begehrtesten Zeiten. Wer hat eher das Recht, in die gute Zeit zu kommen? Derjenige, der zuerst gefragt hat oder drejenige, der das dringendere Problem hat (Überschneidung)? Ei oder Huhn?

Wir haben uns überlegt, dass wir es halten werden, wie letztes Semester in AllgBio: Wir kommen zu dem Zeitpunkt, der uns passt, gucken, ob Platz ist und nehmen Teil oder lassen es bleiben. Dann bereiten wir eben in der Zeit das Skript auf eigene Faust in der Bibliothek nach. Ich lasse mir meinen freien Freitag (den wir nur deswegen frei haben, weil wir in harter Arbeit das Chemie-Praktikum vorgezogen haben) nicht vermiesen lassen. Wobei “frei” wohl auch nicht zutreffen wird …

Leider geil ist die Aussicht auf das erste Juni-Wochende. Mit ca. 15 Personen im Konvoi zum Rock am Ring. Und die Woche davor ist Spectaculum. Und in zwei Wochen ist Maifeiern. Und der Freitag davor ist Danger!Danger! in der Metro. Und jetzt Fr/Sa die Hochzeit meiner Schwester. Und Anfang August 1. Hochzeitstag. Und Mitte August feiern meine Freundin und ich, weil wir nur drei Tage auseinander sind, unseren Geburtstag zusammen. Und dann zwei wochen Urlaub. Und im September/Oktober nach Costa Rica. Und im November startet mein erstes Akzentsetzungsmodul. Hach, das Sommersemester ist schon echt kurz!

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