Erstsemester-Blog

Annika Schimmelpfennig (2011)Annika Schimmelpfennig (2011)  |  20. Juni 2012, 18:04

Limnofauna – Exkursion 3

Die dritte Exkursion ist geschafft und damit auch die zweite Fauna-Exkursion. Diesmal ging es an den kleinen Bornhorster See  östlich der Stadt. Sitze im Moment an dem Protokoll und ich muss sagen: Nicht nur Biologie macht im Vergleich zu Chemie von der Thematik her mehr Spaß, sondern auch die Protokolle, die wesentlich entspannter und einfacher sind. Mir macht das Protokoll jedenfalls schon ein wenig … Spaß nicht unbedingt, aber es ist nicht allzu schlimm ;-P Doch, es ist ganz okay, vor allem, weil ich mich endlich wieder mit Tieren und ihre Systematik bechäftigen darf. Es tut so gut, endlich wieder etwas machen zu können, was einen wirklich interessiert! Auch wenn es nur ein Protokoll über mehr oder weniger spannende See-Bewohner ist …

Aber der Reihe nach. Ich bin ja eher nicht so der Wassertyp (ich fand früher auch die Feuerpokemon am besten XD)  und werde  weder Meeresbiologie vertiefen noch irgendetwas anderes aquatisches. Is eben nicht mein Ding. Da wird man nass, und zwar so richtig. Warum wir uns also für die Limno(=Süßwasser)-Exkursion eingetragen haben? Nun ja, kleinstes Übel. Unsere favorisierte Exkursion Avifauna (=Vogelbeobachtung) fiel zeitgleich zu Rock am Ring. Alternative wäre noch ins Wattenmeer nach Schillig. Und wenn ich zwischem marin und limnisch entscheiden muss, dann lieber limnisch.

Viel Spaß im knöcheltiefen Wasser mit Kescher, Eimer und Spritzflasche. Und der Herr überblickt alles ;-) Ich hatte übrigens das Sieb.

Trotz aller meiner Vorbehalte war es erstaunlich angenhem. Das Wetter spielte einigermaßen mit, erst gegen Ende schien die Welt unterzugehen, aber es war nicht kalt. Wir sollten uns Gummistiefel oder am besten eine Wathose einpacken und definitv Regenfest. Gummistiefel hatte ich noch, auch Kniehohe und Regenklamotten sowieso.

Sobald wir dort waren erst mal eine lange Besprechung, was wir denn erwarten zu finden. Erstaunlich, dass mir noch so viel aus Zoologie im Kopf geblieben ist. Dann gings endlich los, mit Kescher, Sieb, Eimer und Lupe. Am Bornhorster See gibt es eine Stelle, an der man recht weit mit Gummistiefeln rein kommt, ohne nasse Füße zu bekommen. Aber spätestens als die ersten kleinen Fische zu sehen waren und in mir der Jagdtrieb hochkam, war es eh dahin. Kurzerhand zog ich Socken und Stiefel aus und die Hose hoch und stakste so durchs Wasser. An Ersatzsocken hatte ich ja gedacht und mehr Spaß hat es so auch gemacht :-)

Viel war im Wasser allerdings nicht los. Die paar Fische waren schnell verjagt, die Blesshühner auch (okay, na gut, sollten wir auch nicht fangen) und das Wasser alsbald trübe. Wir gingen dann dazu über, den Schlamm zu sieben, um so an unsere 10 verschiedenen Taxa zu gelangen, die dann ins Protokoll sollten. Das hat besser geklappt.

Mama Blesshuhn bringt Junior das jagen unter Wasser bei. Im hintergrund Junior Nr. 2 auf "hoher See"

Nachdem wir uns ein wenig ausgetobt hatten und in unserem Eimer nebst einigen Schlammwürmern, Schnecken, Wasserwanzen und einer Menge Algen und Steinen auch eine Kleinlibellenlarve. Wir schleppten uns dann zu dem Treffpunkt mit den Forschungstauchern ab und bekamen einen kleinen Vortrag über die Seeökologie, was passiert, wenn ein See kippt und wie man ihn wieder “sauber” bekommt. Dann erzählte uns eine Taucherin kurz über ihren Einsatz und wir bestimmten mit Hilfe eines Bestimmungsschlüssels eines osnabrücker Professors die Schnecken und Muscheln (!), die die Taucher gefunden hatten. Auch eine kleine Kröte (Bufo bufo) haben wir gefunden. Und dann Gruppenarbeit an den Sitzbänken: was haben wir denn so?

Gerade, als wir mit unseren Viehchern durch waren, fing es an zu regnen. Perfektes Timing. Abschlussbesprechung und dann nach Hause.

Und wie sieht so ein Protokoll einer 3-Stündigen Exkursion aus? Relativ kurz. Zunächst eine Liste mit 10 Taxa, die wir gefangen haben, zu jedem Taxon ein paar Stichworte und Merkmale. Anschließend soll jedes Gruppenmitglied ein höheres Taxon beschreiben, z.B. Odonata – Libellen, Gastropoda – Schnecken, oder Turbellaria – Strudelwürmer. Fertig. Nichts, wovor man Angst haben müsste oder was einem den letzten Nerv raubt.

Eine Tellerschnecke. Vermuten wir.

 

Schlammröhrenwürmer - auch als Fischfutter erhältlich. Wir hatten sie zu Hauf im Schlamm gefunden. Wo auch sonst.

 

 

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