Erstsemester-Blog

Annika Schimmelpfennig (2011)Annika Schimmelpfennig (2011)  |  20. Februar 2012, 18:30

Modulbewertung Teil 2: ZooBot

Phew, 2/5 Klausuren sind geschafft. Heute Morgen war also Botanik dran und damit die zweite Klausur des Moduls “Zoologisch-Botanische Anfängerübungen” – ein Pflichtmodul, liebe Studieninteressierte. Da kommt ihr nicht drum rum. Ist auch gar nicht nötig, sich zu drücken. Erst mal das wichtigste, ich lebe noch, besser, das war die leichteste Klausur meines Lebens.

Aber von Anfang an: Das Modul Zoobot ist in zwei Teile geteilt, 7 Wochen Zoologie, Klausur, 6 Wochen Botanik, Klausur. Jede der Klausuren zählt 50%. Zoologie war genau das, was ich vom Biostudium erwartet hatte: extrem viel Input in extrem kurzer Zeit, wir lernen etwas über Tiere und wir schneiden einige auf. Gruselig, ekelig aber reine Biologie, ich fands großartig. Dazu kommt ein sympathischer Dozent, dem wirklich etwas daran liegt, dass seine Studenten auch was lernen und die Klausur bestehen, dabei jedoch auch einen recht hohen Anspruch hat. Stichwort: Begriffsglossar, eine Art Skript, Folien und ganz viel Mühe und Einsatz in den Übungen. Zumindest bei unserer Übung B am Dienstag war er der Hauptdozent. Auch die Tutoren waren nett und sympathisch und haben geholfen, wo es ging.

Dass die Zeichnungen Pflicht waren, fand ich eher hilfreich als lästig, denn ich bin jemand, der sich Sachverhalte erst mal visualisieren muss, bevor er sie versteht. Die Klausur war umfangreich und anspruchsvoll, aber machbar. Ich habe mich ziemlich in die Materie hineingekniet und gebüffelt wie blöd, aber auch einiges ausgelassen. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. 9 von 10 Regenwürmern. Einen hab ich abgezogen, weil ich den Schwierigkeitsgrad für die ersten 7 Wochen doch etwas hoch fand.

Tja und nach Weihnachten kam dann Botanik. Die Bremse. Man konnte nicht anders, als den Kram lernen, wenn man regelmäßig in den Vorlesungen war und die Übung einigermaßen konzentriert  mitgemacht hat. Vor Botanik braucht wirklich keiner Angst zu haben. Die Vorlesungen sind gut gegliedert und meist schon Do oder Fr online, sodass man sich auf Montag vorbereiten konnte. Die Verständnisfragen werden im Kurs geklärt und wer die mitgemacht hat, kann die Klausur im Schlaf. Denn es kam eine Auswahl dieser Fragen in der Klausur. Unglaublich, oder? Wir hatten noch einen anderen Fragenkatalog bekommen, wo auch Aufgaben aus den Vorjahren drin stand, aber letztenendes waren das auch “nur” 116 Stück, viele doppelt und dreifach, nur anders formuliert. Die meisten Antworten waren 3 Stichworte. Oder Merkmale von Unterschieden. Botanik ist ziemlich allgemein und wer folgende Dinge in der Schule schon gut konnte, brauchte nicht wirklich viel mehr nachzulernen:

- Generationswechsel

- Morphologie Monokotyl/Dikotyler Pflanzen

- Unterschiede zwischen Nackt- und Bedecktsamern

- Leitbündel: Xylem, Phloem

- Evolution der Landpflanzen (wie sie entstanden sind …)

Natürlich hätte man hier auch richtig fiese Fragen stellen können: Formel für Photosynthese, Funktionsweise der osmotischen Regulation auf molekularer Ebene, Stärketransport, die verschiedenen Kohlenhydrate und selbst mein Angstthema: Kork-Bast-Borke ist nicht dran gekommen. Alles in allem, um mal einen Vergleich zu bringen: Für Zoologie habe ich 7 Wochen am Stück, jeden freien Nachmittag und meist die kompletten Wochenenden gelernt und in der Klausur die vollen 60 Minuten gebraucht.

Für Botanik habe ich in den Freistunden die Verständnisfragen gemacht und vor zwei Wochen angefangen, alle Verständnisfragen noch mal zu wiederholen. Und mich mit dem Generationswechsel auseinandergesetzt, aber das ist glücklicherweise auch gleichzeitig Thema bei Allgemeiner Biologie gewesen. Von daher haben wir es doppelt und dreifach um die Ohren geschlagen bekommen und nun hab selbst ich es endlich kapiert.

In der Klausur sind wir wegen einem Eintragefehler bei stud.ip 10 Minuten zu spät gekommen. Denn laut Eintrag sollte die Klausur von 8:30-9:30 gehen. Tatsächlich fing sie um 8 an. Gut, dass meine Freundin und ich ein wenig früher da waren … wär auch egal gewesen. Die Fragen waren genau die, die wir am Tag davor noch durchgegangen sind, ich habe die 20 Klausurfragen einfach nur runtergeschrieben. 20 Minuten habe ich gebraucht. Meine Freundin 25, weil sie es nicht fassen konnte, dass einige Fragen so popelig waren und noch mal etwas drüber nachgedacht hat. Okay, bei einer Frage war ich mir auch nicht so ganz sicher, was gemeint war, habe aber alles hingeschrieben, was auch nur ansatzweise damit zu tun hatte. Und eine Frage war richtig gemein, vielleicht kommt ja jemand drauf: “Nennen Sie die Unterschiede von tropischem Nadelholz und Gymnospermholz!” Na, Na?? Über die Frage hatten wir uns schon zwei Tage vorher gewundert, und gegoogelt, und die entsprechende Antwort dann in der Klausur geschrieben. Gemeint war nämlich eine andere Frage, die in der Vorlesung geklärt wurde. Und das war genau die Anzahl an Stichworten, die bei der Klausurfrage als mögliche erreichbare Punkte standen. Von daher ein ziemlich fieser Fehler seitens des Fragestellers …

Der Kurs war, wie ich mich schon früher beschwert hatte, ziemlich lame. Wiederholung der Vorlesung, Klärung der Fragen, versuchen, etwas in dem Zellhaufen unterm Mikroskop etwas zu erkennen, einsehen, dass man nichts finden wird, Zeichnung von der Tafel abmalen, weil man sein Präparat nicht gut genug hinbekommen hat. Juhu. Zoologie war etwas … fordernder. Was mir nicht geschmeckt hat, war dieses absolute Muss, die Zeichnung perfekt zu machen und wer sie nicht richtig hatte, musste das noch mal machen, bzw. korrigieren, bis es genehmigt wurde.Anders als in Zoologie sollte man ja auch nicht zeichnen, was man sah, sonder zeichnen, von dem man wusste, dass es sein musste, anstatt uns das richtige Präparieren beizubringen. Seis drum. Schade eigentlich nur, dass hätte richtig Spaß machen können. So wars eher langweilig bis nervig.

Die Klausurnote wird übrigens erst gegeben, wenn alle Zeichnungen genehmigt wurden. Und da fand ich unsere Tutorin ein wenig sehr pingelig. Aber gut. Letztenendes hat es ja auch jeder geschafft und ich habe jetzt eine kleine Sammlung schicker, korrekter Zeichnungen. Die jetzt mit dem Rest Botanik-Kram in den Ordner zu den Zoologiemappen wandert und dort für die nächsten 4 Jahre verschwindet. Botanik erhält 7 von 10 Kormophyten.

Damit liegt das Gesamtmodul bei 8 von 10 Bleistiften.

MIttwochabend dann Chemie. Und heute Abend gehen wir zum Kickboxen-Ferienkurs ^^ Werde berichten.

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