Erstsemester-Blog

Annika Schimmelpfennig (2011)Annika Schimmelpfennig (2011)  |  17. April 2012, 17:40

PETVÜS – Kladogramm der Familie der Veranstaltungen

Kurzer Exkurs: In Biologie kann man die Veranstaltungen ganz gut auseinander halten:

  • Praktikum ist im Labor (meist) und hat eine strikte Anwesenheitspflicht und oft Kleingruppen zu 10-14 Personen. Nicht zu verwechseln mit den “großen” Praktika, etwa drei Monate Allgemeines Schulpraktikum, Bachelorpraktikum bei einem Institut oder einer Einrichtung. In den Naturwissenschaften heißt Praktikum: praktisch machen. Während der Vorlesungszeiten, an bestimmten Terminen in der Woche.
  • Exkursion ist … eben eine Exkursion. Mit einer gestellten Aufgabe irgendwo hinfahren, 1 Nachmittag ans Wattenmeer oder zwei Wochen nach Ägypten, Sardinien, Costa Rica, Türkei, Kasachstan … Dort werden Methoden der Feldarbeit geübt. Bestimmungen, Zählungen, so was in der Art. Im Anschluss folgen Berichte, Essays, Protokolle. Natürlich herrscht Anwesenheitspflicht, aber ganz ehrlich: Das ist doch ein Privileg, oder nicht?
  • Tutorium ist die Nachbereitung der Vorlesung, von einem Tutor geleitet. Ein Tutor ist ein Student im höheren Semester, der das Modul bereits gemacht hat. In der Regel keine Anwesenheitspflicht. Hab aber schon anderes gehört, von sogenannten “Pflichttutorien”, aber bisher nur in anderen Studiengängen.
  • Vorlesung ist im Hörsal. Keine Anwesenheitspflicht. Was sich bei 10 Leuten im Mastermodul vielleicht ändert. Aber wer soll das bei 300 Leuten kontrollieren?
  • Übung ist eine Art Praktikum, ebenfalls mit Anwendungscharakter, in verschiedenen Habitaten (Labor, eine Art Seminarraum wie der Botanikraum und der Zoologieraum, in denen lange Tische mit Mikroskopen stehen. (Fauna war eine Übung, der Schnippelkurs war eine Übung), oder auch im Freiland. Meist Anwesenheitspflicht.
  • Seminar ist in einem Seminarraum, bedeutet meist, dass die Veranstaltungen hauptsächlich aus Vorträgen der Studierenden besteht oder allgemeinen Diskussionsrunden. Nicht immer Anwesenheitspflicht.

Also grob gesagt kann man die Veranstaltungen an den Räumen, den Dozenten und der Anwesenheitspflicht unterscheiden. Wobei es eigentlich jeder Prof anders hält. Es gibt noch eine Menge anderer Arten von Veranstaltungen in anderen Modulen und diese Liste erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und weil ich mich gerade von Chemieprotokollen ablenken möchte, habe ich mal, ganz Evolutionsbiologin, ein Kladogramm der Veranstaltungen erstellt, wie ich denke, dass sie zusammengehören und wie sie evolutionär einen möglichen Sinn ergeben könnten. (siehe Grafik 1)

Am Anfang steht das Modul mit dem Kern: Die Vorlesung.Früher gab es an den Unis nur Vorlesungen, den Rest musste man sich selbst zusammenreimen. Nix mit Übungszettern, organisierten Hausaufgabenhilfen (Tutorien) etc … Zu vielen Vorlesungen gab es auch schon zu Diplomzeiten Tutorien und Seminare. Daher sind sie gleichwertig mit den Vorlesungen verwandt.

Natürlich gibt noch andere Arten der Module, die nur aus einer Übung oder nur aus einem Seminar oder aus den wahnwitzigsten Kombinationen bestehen. Aber das sind dann eher die Arten und Unterarten, wir gehen erst mal nur bis zur Gattung. Ohne Kreuzungen und seltsamen Überzüchtungen, oder Arten, bei denen die Vorlesung sekundär reduziert wurde. Und bitte liebe trolls: Ich hatte nie Latein. Ich hab mir einfach einen Überbegriff einfallen lassen, auf Latein übersetzt und die gängigen Gattungsendungen drangeklatscht. Also aus apparatus habe ich apparatideae gemacht, aus foris Forisea.

Auch so ein Kladogramm wird immer wieder überarbeitet und erweitert. Vielleicht schaffe ich es noch, weitere Gattungen an der Uni zu entdecken, das Artenspektrum zu erweitern und werde euch über den aktuellen Stand der Forschungen informieren. Möglicherweise erschaffe ich den einzig wahren “Supertree of Apparatideae” und veröffentliche im anerkannten und renommierten Fachmagazin “campusZEIT” *GRÖßENWAHN*

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