Erstsemester-Blog

Elisabeth Schindler (Ersti 2010)Elisabeth Schindler (Ersti 2010)  |  12. Mai 2011, 12:56

Die “Lebendige Bibliothek” … mein erstes eigenes Projekt!

Vielleicht hat der eine oder andere von Euch in der Mensa, der Bib oder innen auf einer Klotür schon die grünen Poster und Flyer entdeckt… Ein Pädagoge tut, was ein Pädagoge tun muss – in meinem Falle Projektarbeit zum Thema Toleranz/Antidiskriminierung!

Ich möchte alle, die dies rechtzeitig lesen herzlich einladen, am 14. Mai (Samstag) von 11-14 Uhr in der Stadtbibliothek zum “Leser” zu werden. – “Leser, hä…?” – Also, es geht darum:

 

Die Lebendige Bibliothek (engl. Living/Human Library) ist ein Antidiskriminierungskonzept, dass 2001 auf dem dänischen Roskildefestival entstanden ist. Das Motto des Projekts ist „Beurteile ein Buch nicht nach seinem Umschlag – Lies es!“

Eine Lebendige Bibliothek arbeitet quasi genauso wie eine normale Bibliothek: LeserInnen kommen und leihen sich ein Buch für eine begrenzte Zeitspanne aus. Der Unterschied: Die „Bücher“ der Lebendigen Bibliothek sind echte Menschen, welche von den Besuchern für 30 Minuten für ein Gespräch „ausgeliehen“ werden können. Die menschlichen Bücher in der Lebendigen Bibliothek repräsentieren Gruppen, die häufig mit Vorurteilen und Stereotypen konfrontiert werden und mitunter Opfer von Diskriminierung oder sozialer Ausgrenzung werden. Diskriminiert werden Menschen oft aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion, aber auch die sexuelle Orientierung, sozialer Status, Lebensstil, eine Behinderung und sogar das Alter können der Quell von Vorurteilen und Grund für Benachteiligung und Ausgrenzung sein.

„Wenn Menschen miteinander reden, verstehen sie einander besser. Wenn sie einanader besser verstehen, entwickelt sich Toleranz.“ sagte einst der Däne Ronni Abergel, Erfinder der Lebendigen Bibliothek. In diesem Sinne möchten wir mit unserem Projekt dazu beitragen, den Menschen „Völkerverständigung im Kleinen“ zu ermöglichen – Menschenverständigung quasi.

Der einfachste (und doch oft als der am schwierigsten empfundene) Weg, eine Frage zu beantworten, ein Missverständnis oder Vorurteil zu erkennen und auszuräumen ist das direkte Gespräch mit einem „Experten“.  Und alle unsere Bücher sind zweifellos Experten auf ihrem Gebiet!

In gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Keksen und mit den spielerischen, aber klaren Ausleihmodalitäten der Bibliothek, können sich also Menschen, die sich im Alltag kaum in dieser Intensität begegnen würden, ganz ungezwungen austauschen und mit Sicherheit einige Aha!-Effekte erleben…

 

http://lebendigebibliothek.wordpress.com

Ich habe dieses Projekt mit Hilfe ideeller und finanzieller Förderung durch das Theodor-Heuss-Kolleg organisiert. Dort bin ich im Jahrgang 2010/11 als Stipendiatin aufgenommen worden und bekam die Gelegenheit, ein Jahr intensiv betreut und mit Projektmanagement vertraut zu werden. Nach dem Grundsatz Learning by doing stand dann auch das Realisieren einer eigenen Projektidee im Fokus – und das Konzept der “Lebendige Bibliothek” hat mich schon immer beeindruckt!

Allerdings freue ich mich auch auf Sonntag, den ersten Tag seit Studienbeginn, an dem ich mich nicht mehr mehr oder weniger latent in Projektplanung befinde. Vor allem seit Beginn dieses Semesters, der Endphase der Projektorganisation, habe ich den Kopf so voll gehabt, dass sich mein Studienaufwand quasi fast ausschließlich auf die Präsenz in den Lehrveranstaltungen reduziert hat. Darüber hinaus, die ganze Lektüre, das eigene interessegebundene Recherchieren, das Pauken von Vokabeln in Russisch und Arabisch… “stiefmütterliche Behandlung” wäre ein Euphemismus.

Über das erste Semester habe ich bisher nicht auswertend Bilanz gezogen, das habe ich aber noch vor. Es gibt viel zu erzählen, aber das erledige ich NACH Samstag… ;)

Ich würde mich freuen, Euch bei der Lebendigen Bibliothek begrüßen zu dürfen. Ich selbst, werde in die Rolle einer “Bibliothekarin” schlüpfen und den Lesern wie auch den Lebendigen Büchern mit Rat und Tat zur Seite stehen!

 

Bis bald, Elli

4 Kommentare zu “Die “Lebendige Bibliothek” … mein erstes eigenes Projekt!”

  1. Dennis

    Hi Elli,

    leider habe ich das zu spät mit Deinem Projekt gelesen. Wird es evtl. ein weiteres Projekt geben oder wird es das nochmal geben. Ich fand das Thema sehr interessant.

    Grüße

    Dennis

  2. Jutta Ewald

    Hallo Elli,
    das Projekt ist prima.
    Ich würde gerne die Grundidee aufnehmen für eine Projektinitiative des Regenbogen e.V. in Ilmenau. Wäre das okay ? Würde Dich gerne als Ideengeberin benennen. Wann bist Du wieder in Ilmenau ?
    Liebe Grüsse Jutta

  3. Uiuiui

    Liebe Elisabeth,

    heute habe ich einen tollen Beitrag von der Mädchenmannschft gelesen und da ist mir sofort dein Projekt eingefallen.
    Vielleicht siehst du dadurch dein Projekt und die implizierende Stigmatisierung ein wenig kritischer.
    http://maedchenmannschaft.net/leih-dir-ne-hete/

  4. Julia

    Hört sich nach einem super Projekt an, der wohl auch gut lief. Ich finde es ziemlich wichtig, dass Menschen aneinander akzeptieren. Ich meine wo wären wir denn, wenn wir jeden Mensch kritisieren und nicht tolerieren würden.