Erstsemester-Blog

Julia SchröderJulia Schröder  |  21. Oktober 2009, 11:01

Der Start ins Studentenleben – die O-Woche

“Warum macht ihr euch denn jetzt schon solchen Stress? Das wird euch alles in der O-Woche erzählt.”

Ich glaube das war der Satz, den ich bei studivz in der Erstsemester Gruppe am häufigsten lesen konnte. Ja warum macht man sich denn solchen Stress? Weil es ein neuer Lebensabschnitt ist, weil man verunsichert ist, weil man es kaum erwarten kann endlich in das Studentenleben einzutauchen und weil man einfach auf der sicheren Seite stehen will. So ging es mir zumindest. Viele haben das viel lockerer gesehen, sich erst sehr spät mit ihrem Stundenplan beschäftigt und sich auf die O-Woche verlassen. Ich bin von Natur aus eher der vorausschauende Mensch, deswegen war für mich klar so viele Infos wie möglich schon vor Uni-Start zu ergattern.

Mein Stundenplan war schnell fertig. Und sogar richtig (bin ich stolz auf mich :) ) Klar, dass man dann den anderen geholfen hat ihren Stundenplan zu erstellen. Nur die Sache mit Gender Studies war mir nie so richtig klar. Auf den Homepages der Uni Oldenburg und der Uni Bremen stand “Gender Studies wird zu gleichen Teilen in Oldenburg und Bremen studiert”. Hmm… Und wie meld ich mich jetzt dafür an?

Letztendlich wurde uns dann in der O-Woche erklärt, dass 20 von uns Studierenden nach Bremen müssen. Da war ich erstmal geschockt. Müssen?
Oh man, ich wollte auf keinen Fall nach Bremen, da sich sonst meine Basismodule der beiden Fächer (ich studiere übrigens Gender Studies und Sozialwissenschaften ;) ) überschneiden würden. Es wurde ein nächster Termin ausgemacht bei dem wir besprechen würden wer nach Bremen geht und wer hier in Oldenburg bleibt. Na gut, dachte ich, ich werd auf jeden Fall dabei sein, auch wenn ich dafür meine erste Vorlesung in SoWi sausen lassen muss. Da wird sicher ein richtiger Krieg losbrechen und wenn ich nicht da bin, dann werd ich womöglich auch nach Bremen gesteckt.

Also war ich beim nächsten Treffen besonders pünktlich. Die Dozentin kam, die Kommilitonen wurden still, und als gefragt wurde, wer nun nach Bremen möchte, haben sich (Oh mein Gott, da melden sich welche freiwillig?!) ganz viele Hände in die Luft gestreckt. Hui, da war ich also aus dem Schneider, oder dachte es zumindest.
Denn wie sich dann herausstellte, würden die Stunden für das BM1 aus Gender Studies auf Freitag und sogar Samstag verlegt (hier hab ich das erste mal heulen wollen – wie? ich kann Freitags abends dann gar nicht nachhause fahren? *schnieef*). Sogar ganze 8 Stunden am Stück wurden von uns verlangt. Zwar nicht jedes Wochenende, aber immerhin. Eine kleine Stimme rief mir immer wieder zu: Julia, du studierst, was erwartest du denn? Ist doch kein Ponyhof.
Naja, die Stimme hatte wohl recht. Ich habe mich für diesen Weg entschieden und so werd ich ihn auch gehen!

Wenn ich das zugeben darf, ich war Montags bei der Begrüßungsfeier und abends noch bei Gender Studies. Ansonsten bei keiner Fachvorstellung oder Kneipenrallye oder sonstigem. Natürlich tauscht man sich mit anderen aus und so erfuhr ich schon bald, dass diese Treffen eher der Hilfestellung für Stud.IP dienten und man die Möglichkeit hatte sich besser kennen zu lernen. Mit Stud.IP kannte ich mich bereits aus und hatte mich auch schon überall angemeldet. Und kennen lernen würde ich die meisten sowieso während des Studiums. Ja ich gebe zu… So ein kleines bisschen faul bin ich schon :D Hey aber das hat auch wieder was damit zu tun, dass ich eher praktisch denke und die Zeit in meiner neuen Wohnung oder mit der Erkundung der wunderbaren Innenstadt verbracht habe.
Allerdings sollte man schon zu den Veranstaltungen gehen wenn man sich wegen des Stundenplans noch nicht sicher ist oder noch niemanden kennen gelernt hat.

So endete die O-Woche für mich schon am Mittwoch, als die große Erstsemester Party in der Uni stattfand. Auch da war ich eher skeptisch, aber der Abend wurde einfach nur geil! (sorry für diese Wortwahl, aber ich finde es beschreibt die Party schon ganz genau ;) )
Der Abend hat dann auch dafür entschädigt, dass man beim Einlass fast zerquetscht worden ist. Wer kleiner als 1.80m ist, sollte sich entweder männlichen (und zwar großen und starken) Begleitschutz mitnehmen oder ganz früh da sein. Da ich nun leider gute zwanzig Centimeter kleiner als das Idealbild des Partygängers bin und keinen Begleitschutz dabei hatte (na gut, hier schmeiße ich fairerweise mal ein, dass einer unserer Leute versucht hatte uns ein bisschen Platz zu verschaffen, was sich allerdings als völlig unmöglich rausstellte) wurde ich gute 10 Minuten in der Masse der Leute zerquetscht und gegen Türen und andere Menschen gedrückt.

Nach dem Abend gab es noch eine Diskussionsrunde bei studivz, bei der sogar von Ohnmächtigen, zerrissenen Klamotten und blutigen Händen gesprochen wurde. Ich hoffe inständig, dass die Orga sich etwas einfallen lässt und es im nächsten Jahr nicht zu einer derartigen Situation kommen lässt! Sonst werd ich wohl eine der vielen sein, die nächstes Jahr beim Anblick der Warteschlange (und gleichen Einlasssituationen) gleich wieder kehrt machen wird…

Am Donnerstag gab es dann noch das Erstsemester-Blog Treffen und danach durfte ich endlich nachhause! Ein komisches Gefühl, nach einer Woche wieder nachhause zu kommen, seine eigene erste Wohnung allein zu lassen und natürlich auch die ersten Bekanntschaften und entstehenden Freundschaften. In der ersten Nacht wusst ich gar nicht wo ich bin :D Und obwohl ich mich so sehr auf zuhause gefreut hatte, hatte ich doch so ein klitzekleines Bedürfnis, wieder nach Oldenburg zu fahren.

Ich glaube Oldenburg und ich werden Freunde :)

Keine Kommentare mehr möglich.