Erstsemester-Blog

Julia Twachtmann (Ersti 2009)Julia Twachtmann (Ersti 2009)  |  9. November 2009, 23:56

Pendler-Pech

Da ich mich häufig über das Pendeln ärgern muss, werde ich euch an meiner heutigen Fahrt teilhaben lassen.

5.20 mein Wecker klingelt. Aaaaah, viel zu früh!

6.15/6.20 zur Bushaltestelle laufen (heute ein wenig schneller, weil ich getrödelt habe)

6.30 der Bus kommt (in der Regel pünktlich), ein “Guten Morgen” für den Busfahrer und dann wird erstmal Kaffee getrunken.

6.45 Ankunft am ZOB in Delmenhorst

6.50 die Regionalbahn nach Oldenburg hält in Delmenhorst und ich steige ein (bis jetzt läuft alles nach Plan)

6.51-7.24 der Zug hält in sämtlichen Kleckerdörfern, von deren Existenz ich vor Studienbeginn noch nichts wusste. Heute hielt er aufgrund rutschiger Schienen allerdings nicht in Hoykenkamp. Pech für Leute, die dort aus- und einsteigen wollten. Es klingt böse, aber ich hätte mir gewünscht, dass wir an Hude vorbeigefahren wären. Dort steigen nämlich täglich Massen an Schulkindern ein, die auf der Suche nach freien Plätzen hektisch durch den Zug laufen und mit ihren Rucksäcken fleißig austeilen. Spätestens hier ist es vorbei mit Lesen oder Lernen, denn es wird laut.

7.25 Ankunft in Oldenburg! Wie die Blöden drängeln alle aus dem Zug und es bildet sich ein Stau auf den Treppen.

7.35 einen Stehplatz in einer der Uni-Linien (306 oder 310) erwischen. Heute 306! Oft sind die Busse so überfüllt, dass die Busfahrer die Türen an den Haltestellen nicht mehr öffnen, damit nicht noch mehr Leute probieren sich in den Bus zu quetschen. Wenn die Türen dann doch geöffnet werden, hört man häufig folgende Sätze: “Bis nach hinten durchlaufen, es wollen noch mehr Leute mitfahren!” oder “An der dritten Tür gibt es eine Lichtschranke! Die Tür kann NICHT schließen, wenn jemand vor der gelben Linie steht!” Da kommt Freude auf!

7.50 Der Bus (mit mittlerweile weniger Leuten) hält an der Uni! Endlich! Zum Glück war das nicht anstrengend…

So, jetzt wird studiert! -> Vorlesung, Freiblock, Vorlesung, Freiblock, Vorlesung

17.45 Ende der Vorlesung. Schnell Sachen packen und ab zum Bus!

17.47-17.57 vergebliches Warten auf den Bus. Hm, irgendwas stimmt nicht. Es versammeln sich immer mehr Leute an der Bushaltestelle. Die Hoffnung den Zug um 18.09 zu bekommen schwindet. :-(

17.57-18.15 Fahrt im überfüllten Bus, der sich in den Stau auf den Straßen einreiht. Es gab wohl nen Unfall oder so, der alles ein wenig aufgehalten hat.

18.16 Ankunft am Bahnhof. Tja, der Zug ist weg… :-( Kurzer Hand ändere ich den Plan: Der RE um 18.35 soll mich nach Delmenhorst bringen. Dann warte ich halt noch 20 min.

18.17 Ansage am Bahnhof: “Der Regionalexpress nach Hannover über Delmenhorst hat 50-60 min Verspätung! Nächste Reisemöglichkeit mit der Regionalbahn um 19.09!”  Neeeeeeeeeeeeeiiiiiin! :-( :-( :-(

18.17-18.58 Warten auf die RB. Gar nicht kalt am Bahnhof… Und zum Glück sind auch nicht viele Leute genervt… Ich bin hungrig, müde und friere. Super! Nicht!

18.58 RB ist angekommen und Menschenmassen versammeln sich vor den Zugtüren. Auf aussteigende Personen wird, wie immer, nur wenig Rücksicht genommen. Ich frage mich jedes Mal wieder, warum es so wenigen Leuten einleuchtet, dass in den Zügen mehr Platz ist, wenn die anderen ausgestiegen sind. Man könnte auch um einiges entspannter einsteigen. Aber warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

19.09 Die Fahrt beginnt. Natürlich wird auf dieser Fahrt auch in Dörfern wie Wüsting und Bookholzberg gehalten. Wir haben ja massig Zeit! Mein Bus wartet schließlich. Ach ne, macht er ja gar nicht!

19.40 Ankunft in Delmenhorst. Glück gehabt. Rechtzeitig!

19.45-20.00 mit der 204 fahre ich (durchaus genervt) zu meiner Haltestelle und mache mich von dort zu Fuß auf den Heimweg. Es regnet. Warum auch nicht? Das war ja alles noch nicht doof genug.

20.12 Ich komme zu Hause an und freue mich schon auf den kommenden Tag, an dem ich sage und schreibe zwei Mal zur Uni fahren darf. Das wird sogar anstrengend, wenn zur Abwechslung mal alles glatt läuft.

Keine Kommentare mehr möglich.